Neuer Projekttag entwickelt

Neuer Projekttag zum Thema Antiziganismus/Gadje Rassismus für Schulen im Saarland entwickelt

Das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e. V. (NDC Saar) führt seit 2015 das Modellprojekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ durch. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Innerhalb dieses Projektes veranstaltet das NDC Saar jährlich ein Jugendforum, bei dem sich Jugendliche und jugene Erwachsene Nicht-Sinti und Nicht-Roma mit Sinti und Roma austauschen können. In den bisherigen Foren wurde auch der Wunsch ausgesprochen, einen Projekttag für Schulen zur Gesamtthematik anzubieten.
Mit diesem eintägigen – für Schulen kostenfreien – Bildungsangebot sollen Schülerinnen und Schüler für die stets aktuelle Problematik des Antiziganismus/Gadje Rassismus sensibilisiert werden. Ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer des NDC Saar haben sich in der letzten Woche dieser Aufgabe angenommen.
„Der Projekttag wird sechs Schulstunden umfassen und sich in erster Linie mit Alltagsrassismus, der geschichtlichen Entwicklung des Antiziganismus und Möglichkeiten zum couragierten Handeln beschäftigen. Inhaltlich und methodisch ist er eine sehr gute Ergänzung zu unseren anderen Konzepten und ich gehe davon aus, daß er sich als fester Bestandteil unseres Projekttagsangebotes etablieren wird“, so Mike Kirsch, Vorsitzender des NDC Saar e. V.
Der neue Projekttag wird zu Beginn des neuen Schuljahres im August 2017 für alle
weiterführenden Schulen ab der Klassenstufe 9 im Saarland zur Verfügung stehen.

Erarbeitung eines neuen Projekttages

Nach nun zwei Jahren Laufzeit, mehrerer Veranstaltungen und einer Einarbeitung ins Thema steht das nächste Großprojekt an. Wir möchten einen Projekttag zu dem Thema Antiziganismus/ Gadje Rassismus erarbeiten und in diesem Jahr noch in den Schulen anbieten.

Internationaler Roma-Tag 2016

Das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e. V. (NDC Saar) führt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ das Modellprojekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ durch. Gefördert wird es aus Mitteln der Bundesregierung. In diesem Rahmen wird das NDC Saar eine Medienwerkstatt mit Jugendlichen ab 16 Jahren durchführen, sowie vom 18.8. – 21.8.2016 ein Forum in der Bildungsstätte der Arbeitskammer in Kirkel veranstalten.

 

„Der Blick auf die Nachkriegszeit in der BRD zeigt, dass Antiziganismus nach wie vor nicht an Aktualität verloren hat, sondern es noch immer wichtig ist sich mit dieser Diskriminierungsform auseinander zu setzen, Menschen darüber aufzuklären und solidarisch mit den Betroffenen zu sein, um ihr konsequent entgegentreten zu können. Mit dem Modellprojekt möchte das NDC Saar einen Beitrag dazu leisten“, so Mike Kirsch, Vorsitzender des NDC Saar e. V.

 

Vor 60 Jahren beschloss der Bundesgerichtshof (BGH) Entschädigungszahlungen an vor 1943 während des Nationalsozialismus verfolgte und in Konzentrationslager deportierte SintiZe und RomNja abzulehnen. Die Entscheidung wurde auf skandalöse Weise begründet. So wurde den Verfolgten abgesprochen, dass sie aus „rassischen“ Gründen verfolgt worden seien. Sie seien auf Grundlage eigenen Fehlverhaltens, wie Diebstahl, „Nicht-Achtung fremden Eigentums“ und einer „Neigung zur Kriminalität“ deportiert worden. Dieses antiziganistische Urteil berief sich in seiner Begründung auf ein Kriminalistiklehrbuch aus der NS-Zeit. Dieses Urteil bedeutete zum einen, dass SintiZe und RomNja Ansprüche auf Entschädigungszahlungen verwehrt wurden. Zum anderen verhinderte es eine Gedenk- und Erinnerungspolitik, die SintiZe und RomNja als Verfolgte und Getötete des Nationalsozialismus einschloss.Die Anerkennung als Verfolgte blieb bis 1982 aus.

 

Im Februar dieses Jahres distanzierte sich die Präsidentin des Bundesgerichtshof, Bettina Limperg, von dem damaligen Urteil und nannte es „unerträglich“. Die späte Anerkennung und Revidierung des Urteils waren wichtige Forderungen der BürgerInnenrechtsbewegung der SintiZe und RomNja und zeigen noch immer die Notwendigkeit einer starken Selbstorganisation auf.

 

Eine BürgerInnenrechtbewegung der SintiZe und RomNja gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch auf internationaler Ebene. Ein Meilenstein für diese stellt der Internationale Roma-Tag dar. Er erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress, der 1971 in London stattfand. Die Delegierten sprachen sich dort für die Selbstbezeichnung Roma anstelle diskriminierender Fremdbezeichnungen aus. Außerdem einigten sie sich auf eine gemeinsame Flagge und Hymne.

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Die Verfolgung der Sinti und Roma – Workshop mit Zeitzeugen-Interviews

René Seyedi vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg hat für unseren Kongreß einen interessanten Workshop im Gepäck.

In diesem Workshop beschäftigen sich die Teilnehmenden in Kleingruppen mit Zeitzeugeninterviews dreier Überlebender des Völkermords. Ihre Gemeinsamkeiten bestehen in der Zugehörigkeit zur Minderheit der Sinti und Roma sowie der Deportation in das „Zigeunerlager“ im Komplex des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.

Die Teilnehmenden sollen sich mit den Erlebnissen, Eindrücken und Gefühlen der Zeitzeugen beschäftigen. Der Fokus der Interviews ist dabei auf die Aspekte Selbstbehauptung und Widerstand ausgerichtet. Die Interviews ermöglichen den Teilnehmenden, in Ergänzung zu biografischem Material über „ihren“ Zeitzeugen und weiterführendem historischen Quellenmaterial, eine Auseinandersetzung und Vertiefung des Wissens über die  nationalsozialistischen Rassenideologie und den Völkermord an den europäischen Sinti und Roma. Die Teilnehmenden lernen zudem, sich kritisch mit Zeitzeugen-Videointerviews als historische Quellen auseinander zu setzen.

Darüber hinaus wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, die historischen Geschehnisse aus der Perspektive der Opfer zu erfahren. Dies eröffnet Ihnen die Chance, die Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik auf das Leben einzelner Menschen nachzuvollziehen. Auf emotionaler Ebene sollen  zudem Empathie und Interesse für die Minderheit der Sinti und Roma geweckt werden.

 

Die weiteren Workshopangebote unseres vo 24.-26. Juli 2015 in Kirkel stattfindenden Jugendkongresses „Laß uns reden … über Antiziganismus!“ werden wir in den nächsten Tagen ebenfalls vorstellen.

 

ZusammenWachsen News

Internationaler Tag der Sinti und Roma: Antiziganismus entgegentreten

Wir möchten mit unserem Projekt Antiziganismus entgegenwirken und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Mit dem Kongress möchten wir einen Raum bieten in dem sich von Antiziganismus Betroffene austauschen, vernetzen und den Diskurs über Antziganismus aktiv mitgestalten können.

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