Bund stellt Förderung des Netzwerks für Demokratie und Courage Saar e.V. ein

Das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V. wird ab 2020 nicht mehr mit Mitteln aus dem Bundesprogramm Demokratie leben! gefördert. Seit 2002 bietet das NDC Saar Projekttage in Schulen zu den Themen Diskriminierung, Rassismus, Antizganismus, menschenverachtende Einstellungen und couragiertem Handeln gegen diese menschenfeindlichen Einstellungen und Handlungen an. Allein 2018 wurden über 60 dieser Projekttage an weiterführenden Schulen im Saarland durchgeführt und somit über 1000 Schüler_innen erreicht und für diese Themenfelder sensibilisiert. Darüber hinaus werden kontinuierlich ehrenamtliche Multiplikator_innen für diese Tätigkeiten qualifiziert. Seit 2015 setzt das NDC Saar das Modellprojekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ um. Ziel des Projektes ist durch zusätzliche Angebote, wie das jährlich stattfindende Jugendforum „Lasst uns reden… über Antiziganismus“, Medienwerkstätten und Abendveranstaltungen das Thema Antiziganismus zu setzen und die Öffentlichkeit zu sensiblisieren. Antiziganismus meint die Verfolgung und Diskriminierung von u.a. Sinti_zze und Rom_nja, die seit dem 15. Jahrhundert besteht. Den tragischen Höhepunkt erreichte diese Verfolgung während des Nationalsozialismus mit der Ermordung von 500.000 europäischen Sinti_zze und Rom_nja. Diese Abwertungsideologie wirkt bis heute fort und wird kaum bis gar nicht thematisiert.

Diana Bastian, Vorsitzende des Landesverbands deutscher Sinti und Roma Saarland äußerte sich zu dem Wegbrechen der Förderung: „Die Umsetzung dieses Projekts im Saarland hat dazu geführt, dass sich deutlich mehr Menschen mit der Diskriminierung von Sinti_zze und Rom_nja auseinandersetzen, eigene Stereotype hinterfragen und sich aktiv dagegenstellen. Das brauchen wir hier.“

Mit dem Wegfall der Förderung ist der Kernbestandteil der Arbeit des NDC Saar bedroht. „Indem unsere finanziellen Mittel gestrichen werden, können wir unsere wichtige Bildungs-arbeit nicht mehr umsetzen. Es fehlt an Geld um die Hauptamtlichen zu beschäftigen, so-wie die gesamte Struktur zu erhalten. Fünf Jahre Arbeit, in denen wir viel erreicht, wertvolle Netzwerke geschaffen und Expertise erworben haben, sind damit bedeutungslos gewor-den. Die Entscheidung des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist für uns daher unverständlich“, so Hannah Meuler 1. Vorsitzende des NDC Saar e.V.

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