Irgendwas mit Medien…

In einer kleinen aber sehr schönen Gruppe trafen sich vom 24.06.-26.06.16 sieben Menschen unter dem Motto „Irgendwas mit Medien“ zur Medienwerkstatt in der Bildungsstätte der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel, zusammen.

Die Medienwerkstatt beschäftigte sich mit dem Themenkomplex Antiziganismus und hatte folgende Ziele:

    • TN tauschen sich über ihre Lebensrealitäten und gesellschaftliche Positionierungen aus.
    • TN setzen sich mit Antiziganismus, seiner Geschichte, Wirkweisen und (gesellschaftlichen und persönlichen) Folgen auseinander.
    • TN tauschen sich aus, welchen Einfluss Antiziganismus auf ihr eigenes Leben hat.
    • TN kennen Grundlagen der Videotechnik und der Interviewführung.
    • Es entstehen Videoclips die die Perspektiven der TN auf Antiziganismus und ihre eigenen Lebensrealitäten aufzeigen und sie als handelnde Subjekte sichtbar werden.
    • Durch diesen Fokus können eigene Ressourcen und Strategien reflektiert werden.

Nach organisatorischen Klärungen und einem intensiven Kennenlernen bei dem durch die „Runde der Einzigartigkeit“ bereits niedrigschwellig auf das Spannungsfeld Individualität, Gesellschaft und Identitätsbildung hingewiesen wurde, konnte mittels eines Quiz grundlegendes Wissen über Antiziganismus, die Geschichte der Sinti*zze und Rom*nja, ihre Selbstorganisationen und berühmte Personen vermittelt werden.

Am nächsten Morgen wurde mit einer Zeitstrahlmethode das Wissen über die Geschichte des Antiziganismus, die Verfolgung, Ausgrenzung und Diskriminierung der Sinti*zze und Rom*nja in Europa vom 15 Jahrhundert bis heute vertieft. Aber auch widerständige Personen und Positionen sowie die Geschichte der deutschen Bürger*innenrechtsbewegung der Sinti*zze und Rom*nja spielte eine große Rolle.

Nach der Mittagspause setzten sich die Teilnehmenden mit sich selbst, ihren Identitätszuschreibungen und ihren gesellschaftlichen Positionierungen auseinander. Durch die Selbstreflexion über Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen, dem Spannungsfeld von Selbst- und Fremdzuordnungen etc. konnten eigene Privilegien oder auch Depriviligierungen erkannt, thematisiert und reflektiert werden.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden sich erstmals mit der Kamera vertraut machen und sich gleichzeitig mit antiziganistischen Bildern in den Medien auseinander setzen, diese analysieren und dekonstruieren. Dabei wurde ein zweiminütiger Medienbeitrag ausgewählt und auf antiziganistische Bilder hin analysiert um schließlich den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, einen eigenen Filmbeitrag zu erstellen, der völlig ohne antiziganistische Bilder und Stereotype auskommt.

Der Sonntag diente schließlich der Vorbereitung und Erstellung der Videoclips, in denen sich die Teilnehmenden gegenseitig interviewten und über das im Seminar gelernte reflektierten. Einen kleinen Einblick könnt ihr hier erhalten.

Wir danken allen Teilnehmenden für ein erkenntnisreiches und intensives Wochenende und die tollen Videoclips.