Lass uns reden …

… über Antiziganismus!

Vom 8. bis 10. Dezember 2018 fand im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel unser drittes Forum unter dem Motto „Lass uns reden … über Antiziganismus!“ statt.
Das Forum bot Raum zum Austausch verschiedener Menschen und Gruppen.

Es richtete sich an Jugendliche ab 16 Jahre und junge Erwachsene. Gemeinsam mit den Teilnehmenden arbeiteten wir uns mittels Vorträgen und Workshops in das Themenfeld Antiziganismus/Gadjé-Rassismus ein und beleuchteten es unter dem Schwerpunkt Migration und Flucht intensiver. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus mündeten in die Ausgestaltung des Projektes.

Dabei sollte das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch verschiedener Erfahrungen nicht zu kurz kommen.

Die Dokumentation könnt ihr hier runterladen.

Warum der Schwerpunkt Antiziganismus/ Gadjé-Rassismus bei Migration und Flucht?

Anders als in den letzten beiden Jahren, in denen wir uns bemüht haben das Thema Antiziganismus/ Gadjé-Rassismus besonders breit und in seinen zahlreichen Facetten zu beleuchten, haben wir uns im letzten Jahr für einen Schwerpunkt entschieden.

Die asylrechtlichen Entscheidung Serbien, Mazedonien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Kosovo als „sichere“ Herkunftsstaaten zu deklarieren, trifft in besonderem Maße Rom_nja. Die diskriminierenden Erfahrungen und Einschränkungen von Rom_nja aus diesen Herkunftsländern werden ausgeblendet und der Zugang zu einem ordentlichen Asylverfahren verwehrt.

Zeitgleich bringt der öffentliche Diskurs in zunehmendem Maße Forderungen nach einer rigoroseren Abschiebepolitik hervor. Dabei wurden und werden die Folgen für Betroffene kaum bis gar nicht thematisiert.

Dem möchten wir mit dem diesjährigen Forum etwas entgegensetzen. Wir möchten Lebensrealitäten von vor Abschiebung bedrohten Rom_nja sichtbar machen und Einblicke in die Situation in den „sicheren“ Herkunftsländern gewähren.

Das war das Programm

Lesung Durch die Wand von Nizaqete Bislimi

Nizaqete Bislimi ist Vorsitzende des BundesRomaVerbands und arbeitet als Rechtsanwältin für „Ausländerrecht“ und „Ausländerleistungsrecht“ in einer Anwaltskanzlei in Essen.

In ihrer Autobiographie „Durch die Wand“ beschreibt sie ihren außergewöhnlichen Lebensweg.

Nizaqete Bislimi ist Romni und kam im September 1993 als Asylsuchende mit ihrer Familie nach Deutschland. Es folgten vierzehn Jahre in unterschiedlichen Unterkünften für Geflüchtete und ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Die Familie erhielt erlebte eine Aneinanderreihung von Duldungen, die stets nur für einige Monate gültig waren und keinen sicheren Aufenthalt bedeuten. Trotz der großen Unsicherheit und der permanenten Angst vor Abschiebung, schaffte Nizaqete Bislimi ihr Abitur, begann Jura zu studieren und ist seit 2009 Rechtsanwältin.

Im BundesRomaVerband engagiert sie sich zudem gegen Antiziganismus/ Gadjé-Rassismus.

Freitag, 08.12.2017

15:00 – Anreise und Ankommen

16:00 – Begrüßung und offizieller Start des Kongresses

Lesung von Nizaquete Bislimi „Durch die Wand: Von der Asylbewerberin zur Rechtsanwältin“

Nach dem Abendessen – Vorstellen der Workshops und gemeinsame Abendgestaltung

Samstag, 09.12.2018

2 Workshopphasen:

              1. Workshopphase

12:30 – 14:30 – Mittagessen

              1. Workshopphase

18:30 – Abendessen

Anschließend Konzert mit den Prizreni-Brüdern.

In allen Workshopphasen wird zusätzlich eine Kinderbetreuung angeboten.

Sonntag, 10.12.2017

Vorstellung des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma im Saarland

Präsentation der Workshopergebnisse

Verabredungen, Vernetzung, Zusammenarbeit

Ideenwerkstatt für die Erarbeitung eines Projekttages

12:30 – Mittagessen

Anschließend – Auswertung des Kongresses

15:00 – Abreise