Broschüre „ZusammenWachsen“ erschienen

In den letzten 2,5 Jahren ist im Rahmen unserers Projektes viel passiert. Wir haben uns daher die Zeit genommen und haben unsere Erlebnisse zusammengefasst. Wir stellen die Arbeit des Netzwerks für Demokratie und Courage Saar e. V. dar, aber auch welche Ziele wir mit dem Modellprojekt verfolgen und wie wir sie erreichen wollen.

Ein wichtiger Teil des Projektes sind die jährlich stattfindenden Jugendforen unter dem Motto „Lass uns reden… Über Antiziganismus!“. In der Broschüre sind Texte über den Ablauf der beiden Wochenenden zu finden. In 2016 haben wir außerdem einen Medienwerkstatt durchgeführt, auch über sie ist ein kurzer Bericht in der Broschüre zu finden.

Es gibt aber auch ganz konkrete Artikel. Der Artikel „Begriff gesucht?!“ beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Begriffen, die versuchen die Diskriminierung von Snti_zze und Romn_ja zu beschreiben. Der Artikel findet keine abschließende Antwort auf der Suche nach Begriffen. Dieser Artikel ist im Rahmen des Modellprojektes entstanden und wird in seinem Rahmen immer wieder aktualisiert und überarbeitet. In dem Artikel „Wie ich meine Freundinnen verlor“ berichtet eine Person über ihre Erinnerungen an einen Sommer in Lebach.

Die Broschüre kann hier runtergeladen werden: Broschuere_ZusammenWachsen

Wer Interesse an dem Projekt findet und gerne weitere Informationen möchte, kann sich gerne beim Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e. V. melden.

Neuer Projekttag entwickelt

Neuer Projekttag zum Thema Antiziganismus/Gadje Rassismus für Schulen im Saarland entwickelt

Das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e. V. (NDC Saar) führt seit 2015 das Modellprojekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ durch. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Innerhalb dieses Projektes veranstaltet das NDC Saar jährlich ein Jugendforum, bei dem sich Jugendliche und jugene Erwachsene Nicht-Sinti und Nicht-Roma mit Sinti und Roma austauschen können. In den bisherigen Foren wurde auch der Wunsch ausgesprochen, einen Projekttag für Schulen zur Gesamtthematik anzubieten.
Mit diesem eintägigen – für Schulen kostenfreien – Bildungsangebot sollen Schülerinnen und Schüler für die stets aktuelle Problematik des Antiziganismus/Gadje Rassismus sensibilisiert werden. Ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer des NDC Saar haben sich in der letzten Woche dieser Aufgabe angenommen.
„Der Projekttag wird sechs Schulstunden umfassen und sich in erster Linie mit Alltagsrassismus, der geschichtlichen Entwicklung des Antiziganismus und Möglichkeiten zum couragierten Handeln beschäftigen. Inhaltlich und methodisch ist er eine sehr gute Ergänzung zu unseren anderen Konzepten und ich gehe davon aus, daß er sich als fester Bestandteil unseres Projekttagsangebotes etablieren wird“, so Mike Kirsch, Vorsitzender des NDC Saar e. V.
Der neue Projekttag wird zu Beginn des neuen Schuljahres im August 2017 für alle
weiterführenden Schulen ab der Klassenstufe 9 im Saarland zur Verfügung stehen.

„Lass uns reden… Über Antiziganismus“ – Programm steht!

Endlich ist es soweit! Der 18. August und damit auch das Forum „Lass uns reden… Über Antiziganismus!“ rücken immer näher. Und nun steht auch endlich das komplette Programm.

Von Donnerstag, den 18. August bis Sonntag, den 21. August werden wir in Kirkel im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes ein Wochenende mit inhaltlicher Arbeit, aber auch Spiel und Spaß verbringen.

Am Donnerstag werden wir um 19 Uhr mit der Aufführung des Theaterstücks „Der Zigeuner-Boxer“ starten. Zur Aufführung sind uns nicht nur die Teilnehmenden des Programms willkommen, sondern auch alle Interessierten. Rike Reiniger erzählt in dem Stück die Geschichte eines Boxers. Angelehnt an die wahre Geschichte des Boxers Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann, beschäftigt sich das Ein-Mann-Stück mit der Nazi-Zeit und ihrem Umgang mit allem, was als fremd empfunden wurde. Diese Fragen sind leider auch heute immer noch aktuell.

Das Forum selbst wird dann Freitagnachmittag mit dem Vortrag „Antiziganismus – Entstehung, Wirkung und Folgen, Bekämpfung“ von Dr. Udo Engbring-Romang eröffnet. Am Samstag werden die Teilnehmenden sich in zwei Workshopphasen dem Thema auf unterschiedlichen Wegen annähern, sei es thematisch oder über Tanz. Abends und Sontag wird es Zeit zum entspannten kennenlernen und vernetzen geben.

Wer Interesse hat, kann sich gerne anmelden. Noch gibt es freie Plätze.

 

 

 

 

Erster Referent für Forum 2016 bestätigt

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Dr. Udo Engbring-Romang, Diplom-Politologe und Historiker

Er ist als Programmbereichsleiter „Gesellschaft“ in der vhs Marburg beschäftigt.

Er forscht, publiziert, lehrt und trägt vor zu u.a. den Themen Minderheiten in Geschichte und Gegenwart, NS-Geschichte, Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma, Schwerpunkt Hessen, vom Spätmittelalter bis heute und Antiziganismus in Geschichte und Gegenwar. Engbring-Romang arbeitet seit 1994 mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, und anderen Organisationen zusammen und ist seit 1998 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

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Internationaler Roma-Tag 2016

Das Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e. V. (NDC Saar) führt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ das Modellprojekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ durch. Gefördert wird es aus Mitteln der Bundesregierung. In diesem Rahmen wird das NDC Saar eine Medienwerkstatt mit Jugendlichen ab 16 Jahren durchführen, sowie vom 18.8. – 21.8.2016 ein Forum in der Bildungsstätte der Arbeitskammer in Kirkel veranstalten.

 

„Der Blick auf die Nachkriegszeit in der BRD zeigt, dass Antiziganismus nach wie vor nicht an Aktualität verloren hat, sondern es noch immer wichtig ist sich mit dieser Diskriminierungsform auseinander zu setzen, Menschen darüber aufzuklären und solidarisch mit den Betroffenen zu sein, um ihr konsequent entgegentreten zu können. Mit dem Modellprojekt möchte das NDC Saar einen Beitrag dazu leisten“, so Mike Kirsch, Vorsitzender des NDC Saar e. V.

 

Vor 60 Jahren beschloss der Bundesgerichtshof (BGH) Entschädigungszahlungen an vor 1943 während des Nationalsozialismus verfolgte und in Konzentrationslager deportierte SintiZe und RomNja abzulehnen. Die Entscheidung wurde auf skandalöse Weise begründet. So wurde den Verfolgten abgesprochen, dass sie aus „rassischen“ Gründen verfolgt worden seien. Sie seien auf Grundlage eigenen Fehlverhaltens, wie Diebstahl, „Nicht-Achtung fremden Eigentums“ und einer „Neigung zur Kriminalität“ deportiert worden. Dieses antiziganistische Urteil berief sich in seiner Begründung auf ein Kriminalistiklehrbuch aus der NS-Zeit. Dieses Urteil bedeutete zum einen, dass SintiZe und RomNja Ansprüche auf Entschädigungszahlungen verwehrt wurden. Zum anderen verhinderte es eine Gedenk- und Erinnerungspolitik, die SintiZe und RomNja als Verfolgte und Getötete des Nationalsozialismus einschloss.Die Anerkennung als Verfolgte blieb bis 1982 aus.

 

Im Februar dieses Jahres distanzierte sich die Präsidentin des Bundesgerichtshof, Bettina Limperg, von dem damaligen Urteil und nannte es „unerträglich“. Die späte Anerkennung und Revidierung des Urteils waren wichtige Forderungen der BürgerInnenrechtsbewegung der SintiZe und RomNja und zeigen noch immer die Notwendigkeit einer starken Selbstorganisation auf.

 

Eine BürgerInnenrechtbewegung der SintiZe und RomNja gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch auf internationaler Ebene. Ein Meilenstein für diese stellt der Internationale Roma-Tag dar. Er erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress, der 1971 in London stattfand. Die Delegierten sprachen sich dort für die Selbstbezeichnung Roma anstelle diskriminierender Fremdbezeichnungen aus. Außerdem einigten sie sich auf eine gemeinsame Flagge und Hymne.

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Neue Referentin für den Kongress

Wir freuen uns sehr, dass wir Anita Awosusi als Referentin für den Kongress gewinnen konnten. Sie ist seit 30 Jahren als Bürgerrechtlerin mit dem Schwerpunkt auf erinnerungspolitische Arbeit aktiv. Im Rahmen ihrer Arbeit als Leiterin des Bildungsreferats im Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma hat sie unzählige Workshops zum Thema Antiziganismus und dem an den Sinti und Roma begangenen Völkermord geleitet. Dazu hat sie mehrere Publikationen herausgegeben, drei Bände zur Musik der Sinti und Roma und zwei Bände zum Antiziganismus in der Jugendliteratur.

 

 

ZusammenWachsen News

Unser Projekt läuft an!

Wir freuen uns sehr, mit unserem neuen Projekt „ZusammenWachsen: Vernetzung, Kooperation und Jugendbildung im Themenfeld Antiziganismus“ endlich durchstarten zu können. Im Zuge dieses Projektes veranstalten wir vom 24.07. – 26.07.15 den Jugendkongress: „Lass uns reden… über Antiziganismus! – Ein Jugendkongress zur kritischen Auseinandersetzung mit einem verbreiteten Phänomen“ im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel.

Zu diesem Kongress und generell zur Beteiligung an unserem Projekt „ZusammenWachsen“ laden wir alle Menschen, die sich für das Thema Diskriminierung von Sinti und Roma interessieren, sehr herzlich ein.

Neben der Vernetzung und des Austauschs werden als Programm verschiedene Vorträge und Workshops angeboten werden. ReferentInnen sind unter anderem Merfin Demir (Amaro Drom e.V.), Markus End (Politikwissenschaftler und Buchautor), Marina Sahm , Leila Seidel (beide Netzwerk für Demokratie und Courage) sowie René Seyedi (Dokumentations- und Kulturzentrum der deutschen Sinti und Roma).

Aktuelles zum Programm und rund um den Kongress sowie eine Online-Anmeldung finden Sie auf dieser Website. Wir freuen uns sehr, Sie bald auf unserem Kongress begrüßen zu dürfen.